Sprichwort Wer sich selbst lobt, dem glaubt man nicht – Bedeutung, Herkunft und Verwendung
Inhaltsverzeichnis
Bedeutung: von „Wer sich selbst lobt, dem glaubt man nicht“
Das Sprichwort „Wer sich selbst lobt, dem glaubt man nicht“ bedeutet, dass Eigenlob oft als unglaubwürdig wahrgenommen wird. Es impliziert, dass Menschen, die sich selbst loben, möglicherweise übertreiben oder nicht objektiv sind. Daher wird solchen Aussagen oft mit Skepsis begegnet.
Herkunft und Ursprung
Das Sprichwort hat seine Wurzeln im lateinischen Ausdruck „Laudatur ab his, culpatur ab illis“, was so viel bedeutet wie „Von diesen gelobt, von jenen getadelt“. Bereits im Mittelalter finden sich ähnliche Formulierungen in der deutschen Sprache. Ein frühes Beispiel ist in den Schriften von Martin Luther zu finden, der Eigenlob kritisch betrachtete. Die ursprüngliche Wortform hat sich im Laufe der Jahrhunderte kaum verändert. Die Übersetzung ins Deutsche erfolgte sinngemäß und hat sich im Sprachgebrauch etabliert. Die Redewendung ist ein fester Bestandteil der deutschen Sprichwortkultur.
Historischer Kontext
Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war Bescheidenheit eine hochgeschätzte Tugend. Eigenlob wurde als Zeichen von Arroganz und Überheblichkeit angesehen. In literarischen und religiösen Texten wurde oft vor den Gefahren des Stolzes gewarnt. Die Zielgruppe waren vor allem die gebildeten Schichten, die Zugang zu solchen Schriften hatten. Das Sprichwort diente als moralische Lehre, um Bescheidenheit zu fördern. Es spiegelte die gesellschaftlichen Werte und Normen der damaligen Zeit wider.
Entwicklung der Bedeutung
Im Laufe der Zeit hat sich die Bedeutung des Sprichworts kaum verändert. Es wird nach wie vor verwendet, um auf die Unglaubwürdigkeit von Eigenlob hinzuweisen. Allerdings hat sich der Kontext, in dem es verwendet wird, erweitert. Heute wird es in verschiedenen sozialen und beruflichen Situationen eingesetzt. Die Grundbedeutung bleibt jedoch bestehen: Eigenlob wird mit Skepsis betrachtet. Die Redewendung hat ihren Platz im modernen Sprachgebrauch gefunden.
Heutige Verwendung
Das Sprichwort wird heute in vielen Bereichen des täglichen Lebens verwendet. Es findet Anwendung in der zwischenmenschlichen Kommunikation, in der Arbeitswelt und in den Medien. Der Stil ist meist neutral, kann aber auch umgangssprachlich verwendet werden. Ein typischer Beispielsatz wäre: „Er hat sich selbst so sehr gelobt, dass ihm niemand geglaubt hat.“ Das Sprichwort bleibt ein beliebtes Mittel, um auf die Gefahren von Selbstüberschätzung hinzuweisen.
Verwandte Sprichwörter
Ähnliche deutsche Sprichwörter sind „Eigenlob stinkt“, „Selbstlob ist kein Lob“ und „Wer hoch steigt, fällt tief“. Diese Redewendungen thematisieren ebenfalls die Problematik von Eigenlob und Überheblichkeit. Sie sind im deutschen Sprachgebrauch weit verbreitet und werden oft in ähnlichen Kontexten verwendet.