Sprichwort Wer schläft, sündigt nicht – Bedeutung, Herkunft und Verwendung

Bedeutung: Wer schläft, sündigt nicht

Das Sprichwort „Wer schläft, sündigt nicht“ bedeutet, dass jemand, der schläft, keine Gelegenheit hat, etwas Falsches oder Unrechtes zu tun. Es impliziert, dass Schlafen eine Art Schutz vor moralischen Verfehlungen bietet.

Herkunft und Ursprung

Der Ursprung des Sprichworts lässt sich auf das Mittelalter zurückführen, wo es in verschiedenen europäischen Sprachen ähnliche Formulierungen gab. Eine mögliche lateinische Wurzel könnte „Dormientibus non peccatur“ sein, was sinngemäß „Im Schlaf wird nicht gesündigt“ bedeutet. Die frühesten bekannten Belege stammen aus deutschen und französischen Texten des 15. Jahrhunderts. Ursprünglich könnte das Sprichwort als Mahnung oder Trost für Menschen gedient haben, die sich um ihre moralische Integrität sorgten. Die Übersetzung ins Deutsche hat sich im Laufe der Jahrhunderte kaum verändert.

Historischer Kontext

Im Mittelalter war die Gesellschaft stark von religiösen Normen geprägt, und Sünde war ein zentrales Thema im täglichen Leben. Das Sprichwort könnte in klösterlichen oder kirchlichen Kreisen entstanden sein, wo das Streben nach einem sündenfreien Leben von großer Bedeutung war. Es diente möglicherweise als Ermahnung zur Mäßigung und zur Vermeidung von Versuchungen. Die Zielgruppe waren wahrscheinlich Menschen, die in einem religiösen Kontext lebten oder arbeiteten. In der Literatur jener Zeit finden sich häufig Hinweise auf die moralische Bedeutung des Schlafs.

Entwicklung der Bedeutung

Im Laufe der Zeit hat sich die Bedeutung des Sprichworts leicht verschoben. Während es ursprünglich eine ernsthafte moralische Botschaft trug, wird es heute oft humorvoll oder ironisch verwendet. Der Übergang zur heutigen Nutzung spiegelt eine Lockerung der strengen moralischen Normen wider. Heutzutage wird es oft verwendet, um auf die Unschuld oder Harmlosigkeit des Schlafs hinzuweisen. Die ursprüngliche moralische Schwere ist weitgehend verloren gegangen.

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Heutige Verwendung

Im modernen Sprachgebrauch wird das Sprichwort häufig in informellen Gesprächen verwendet. Es dient oft dazu, eine Situation humorvoll zu kommentieren, in der jemand schläft und dadurch keine Fehler machen kann. Das Stilniveau ist überwiegend umgangssprachlich. Ein typischer Beispielsatz könnte lauten: „Lass ihn ruhig schlafen, wer schläft, sündigt nicht.“ In der heutigen Zeit wird es selten in formellen oder bildungssprachlichen Kontexten verwendet.

Verwandte Sprichwörter

Ähnliche deutsche Sprichwörter sind „Morgenstund hat Gold im Mund“, das die Tugend des frühen Aufstehens lobt, und „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, das die Vorteile von Fleiß und Aktivität betont. Ein weiteres verwandtes Sprichwort ist „In der Ruhe liegt die Kraft“, das die Bedeutung von Gelassenheit und Besonnenheit unterstreicht.

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